Rezension

Memorium in Nuernberg

Deutsch
Am Mittwoch war ich mit meiner Abuela im Memorium in Nürnberg. Die Ausstellung ist klein aber fein. Obwohl der Audioguide im Deutschen nur die Texte, die sowieso neben und unter Bildern stehen, vorliest ist er trotzdem wichtig für die Stellen, an denen Archivmaterial abgespielt wird, da dieses über den Audioguide empfangen wird. Das Museumspersonal war sehr freundlich, die Ausstellung detailliert und gut aufbereitet. Vorallem der Schluß, an dem erklärt wird wie die Erfahrungen von den Nürnberger Prozessen auf die Prozesse in Japan und schließlich in Den Haag angewandt wurden, enthielt für mich viele neue Informationen.
Das Einzige was fehlt ist ein kleines Café in dem man zum Abschluß noch ein gutes Stück Kuchen essen kann.

English
On Wednesday my Abuela and I went to the Memorium in Nuremberg. The exhibit is small but very good. The Audioguide doesn’t just translate the German texts but also streams original recordings of the proceedings at the Nuremberg Trials. The staff were very friendly and helpful and the exhibition was detailed and well executed. Especially the last bit, in which they explain how the experiences of the Nuremberg Trials was then applied to similar trials in Japan and later in The Hague, contained lots of information that was new to me.
The only thing missing is a cafeteria or café where visitors could enjoy a nice piece of cake.

Prinzen auf Pferden

Zu ihrem 31sten Geburtstag vor zwei Wochen erhielt meine Schwester von einer Freundin ein Buch. Der Titel dieses Buches lautet “Wann kommt denn endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul!”. Dies hier ist mein Eindruck von diesem Buch.

Der Titel ist witzig und ansprechend. Er suggeriert gleichzeitig, dass der angebliche Kleinmädchentraum vom Prinzen auf dem Ross zwar albern ist und eigentlich ganz doof, aber auch, dass er trotzdem in Erfüllung gehen kann. Außerdem wird einem das Gefühl vermittelt, dass hier einer weiss wie sich das anfühlt wenn man da sitzt und glaubt für immer allein bleiben zu müssen und wie man es mit Humor nehmen könnte.

Leider hatte ich das Gefühl, der Autor gehe davon aus, dass alle seine Leserinnen mehr oder weniger Klone von Bridget Jones seien. Zumindest hören sich die Ratschläge an, wie die, die Bridget (im Buch) auch liest und hört: mach mehr Sport, bilde Dich, iss wie ein normaler Mensch, erweitere Deinen Horizont und suche Dir neue Hobbies. Auch so Weisheiten wie “schraub Deine Erwartungen zurück” und “am besten klappts mit jemandem, der aus einem 40km Radius von Deinem Heimatort stammt” hätten aus dem Bestseller von Helen Fielding stammen können (Bridget schnappt sich am Ende den ehemaligen Nachbarsjungen).

Besonders lachen (um nicht zu weinen) musste ich über einen theoretischen Zeitplan einer hypothetischen Frau. Diese lernt im Mai zwei Männer kennen und geht mit beiden aus. Im Juni trifft sie einen dieser Männer ein zweites Mal. Im Juli hat sie mit diesem Mann Sex. Anfang August hat sie ein zweites Mal Geschlechtsverkehr mit oben erwähntem Mann. Mitte August treffen sich beide schon regelmäßig zweimal die Woche. Dies geht wohl so weiter, bis sie im Dezember für ein paar Tage gemeinsam wegfahren. Im Februar nennt er sie Anderen gegenüber “meine Freundin”. Im Mai (es ist ein Jahr seit dem Anfang vergangen) hört sie ein erstes “ich liebe Dich” von ihm.
Ich weiss ja nicht ob ich da ein bisschen verwöhnt bin, aber wenn ich mich in der Vergangenheit zweimal die Woche mit einem Mann getroffen habe und Sex hatte, dann habe ich erwartet, dass er mich seine Freundin nennt.

So humorvoll der Titel des Buches ist, umso mehr ist man von dem Mangel an entsprechenden Techniken für den Umgang mit dem Single-darsein enttäuscht.